Fördergelder für die Altbausanierung
Wer heute sein Gebäude energetisch sanieren will, der profitiert von den derzeit niedrigen Zinsen und den staatlichen Fördergeldern für die Altbausanierung. Dabei alle möglichen energetisch sinnvollen Maßnahmen von der Energieberatung bis hin zum Einsatz von erneuerbaren Energien in der Heizung gefördert. Hier gilt der Grundsatz, je umfangreicher die Maßnahmen sind und je besser sich der energetisch Standard des Gebäudes nach der Altbausanierung darstellt, desto mehr kann man an staatlicher Förderung erhalten.
Die dena (Deutsche Energie-Agentur GmbH) hat in einer Studie fünf beispielhafte energiesparende Maßnahmen zusammengestellt und den Kosten und Nutzen Effekt der Maßnahmen ausgewertet.
Das Beispielhaus
Ein Freistehendes Einfamilienhaus aus dem Baujahr 1970, mit einer Wohnfläche von 150 m² unsaniert. Der 4 Personenhaushalt hat im Jahr Energiekosten in Höhe von 3600€/a für 45.000 kWh/a.Für die Kostenberechnungen liegt ein Zinssatz für die Finanzierung von 5% zu Grunde und zusätzlich wurde 6% für Energiepreissteigerung und Amortisation berücksichtigt. Ausgenommen ist die Variante 5 bei der auf ein KFW Förderdarlehen zurückgegriffen wird, dass in den ersten 10 Jahren mit einem Zinssatz von 1,41% zur Verfügung gestellt wird.
Alle Energie sparenden Maßnahmen müssen für jedes Gebäude individuell betrachtet werden, es gibt keine Lösungen von der Stange. Hinzu kommt noch, dass nicht jeder Bauherr über die Mittel verfügt gleich eine komplette energetische Altbausanierung durchzuführen.
1 ) Kostengünstige Maßnahmen bei der Altbausanierung
Wer seinen Geldbeutel nicht allzu sehr belasten will, kann schon mit geringem Aufwand jährlich Energie sparen. Die Maßnahme 1) umfasst die Dämmung der Kellerdecke und der obersten Geschoßdecke. Zudem wird ein hydraulischer Abgleich der Heizung durchgeführt, die Heizung entlüftet und gründlich überprüft. Für diese Maßnahmen bei der Altbausanierung fallen Investitionskosten in Höhe von ca. 3000 Euro. Dagegen lässt sich eine jährliche Energieeinsparung von ca. 710 Euro rechnen. Die Maßnahme hat sich so bereits nach 4 Jahren amortisiert.
2 ) Sanierung der Heizung und Einbau einer thermischen Solaranlage
Die Kosten für eine energetische Sanierung der Heizung und den Einbau einer thermischen Solaranlage liegen für das Beispielhaus bei etwa 9.500 Euro. Dazu zählt der Austausch des Heizkessels und der Einbau eines Öl- oder Gas Brennwertkessel. Dafür gibt es staatliche Fördergelder in Höhe von 785 Euro und die jährliche Energieeinsparung liegt bei 1.120 Euro pro Jahr. Die Investitionskosten sind nach 8 Jahren wieder drin und dann spart man richtig Geld. Die Solaranlage ist in dem Beispiel nur so ausgelegt, dass sie zur Trinkwassererwärmung genutzt wird. Deutlich effizienter ist der Einbau einer Solaranlage die auch der Heizungsunterstützung dient, allerdings steigen dann auch die Kosten, da dann fast immer ein Solarspeicher und eine deutlich größere Fläche an Solarkollektoren eingebaut werden muss.
3) Dämmung und Sanierung der Gebäudehülle
Mit Dämmmaßnahmen an der Gebäudehülle erzielt man einen doppelten Effekt. Im Winter werden die Energieverluste reduziert und im Sommer bleiben die Räume länger kühl. Damit man die Fördergelder bekommt müssen bestimmte Kriterien eingehalten werden. Die Außenwände müssen eine Dämmung von mindestens 14 cm erhalten, das Dach muss mit 16 cm und die Kellerdecke mit 11 cm gedämmt werden. Zudem müssen Fenster mit 2-Scheiben Wärmeschutzverglasung eingebaut werden. Die Kosten für diese Maßnahmen sind allerdings schon happig und schlagen mit 26.730 Euro zu Buche. An Förderung gibt es 2170 Euro und die Energieeinsparung pro Jahr beträgt 1780 Euro. Nach 14 Jahren haben sich die Maßnahmen amortisiert.
4) Altbausanierung bis zum Neubau Niveau
Es ist heute technisch kein Problem mehr die Altbausanierung soweit zu treiben, dass der Altbau energetisch gesehen auf dem Niveau eines Standard Neubaus ist. Damit hier die Fördergelder auch fließen sind entsprechende Kriterien zu erfüllen. So sind Dämmstärken für das Dach von 20 cm, für die Außenwand von 14 cm und für die Kellerdecke von 11 cm einzuhalten. Weiterhin müssen die Fenster durch 2-Scheiben Wärmeschutzverglasung ersetzt werden. Eine komplette Erneuerung der Heizung und der Einbau einer Solarthermie Anlage zur Trinkwassererwärmung sind ebenfalls durchzuführen. Die Kosten für diese Maßnahmen belaufen sich für das Beispielhaus auf 43.200 Euro. 5.600 Euro gibt es dazu an staatlicher Förderung und die Energieeinsparung beträgt 2.390 Euro/Jahr. Die Investitionen haben sich nach 15 Jahren bezahlt gemacht.
5) Altbausanierung bis zum Effizienzhaus
Das Non Plus Ultra bei der Altbausanierung ist natürlich den Energiestandard eines Effizienzhauses zu erreichen. Beispielsweise liegt der Energiebedarf eines KFW-85 Effizienzhaus 50% unter dem eines Neubaus, der den gesetzlichen Vorschriften entspricht. Damit dieses Ziel erreicht sind natürlich umfangreiche Dämmungen erforderlich. So muss das Dach mit 30 cm gedämmt werden, die Außenwände eine Dämmung 24 cm erhalten und die Kellerdecke mit 8 cm dicken Dämmmaterial versehen werden. Der Austausch der Fenster gegen hochwertige Fenster mit Wärmeschutzverglasung ist ebenfalls erforderlich. Bei der Sanierung der Heizung kann Alternativ zur Brennwertheizung mit Solarunterstützung auch eine Pelletsheizung oder eine Wärmepumpe über die diversen Programme gefördert werden. Zudem sollte hier auch eine kontrollierte Wohnungslüftung mit Wärmerückgewinnung nicht fehlen. Alles in allem entstehen Kosten in Höhe von 63.300 bei der Beispielrechnung. Man übrigens auch die Energieberatung von einem Fachmann mit fördern lassen. An Fördergeldern gibt es vom Staat 18.398 Euro und die jährliche Energieeinsparung beträgt 3.010 Euro. Die Ausgaben amortisieren sich nach 12 Jahren.
Die wichtigsten Fördergelder gibt es von der KFW Förderbank, hier können KFW Förderdarlehen je nach den vorgesehen Maßnahmen beantragt werden und dem Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA). Zudem bieten einige Länder noch spezielle Fördergelder für die Altbausanierung an, die man bei den jeweiligen Umwelt- oder Bauämter in jedem Fall abfragen sollte.
Bildnachweis und Quelle: Deutsche Energie-Agentur GmbH (dena)
10. Februar 2010 | Von admin | Kategorie: Förderung
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Am 22. Februar 2010 um 13:18 Uhr
[...] lässt kann sich zusätzlich zum Bauspargeld noch KFW Förderdarlehen sichern. Weitere Fördergelder für die Altbaumodernisierung gibt es auch von den Landesbauämter oder der [...]