Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau
Der Kostendruck durch steigende Energiepreise oder die Sanierung der Heizung lassen viele Bauherren bei einer Modernisierung ihres Gebäudes, über das Nachrüsten einer Fußbodenheizung nachdenken. Bis vor wenigen Jahren war das Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Gebäudebestand technisch kaum realisierbar. Systeme für Fußbodenaufbauten unter 10 cm Höhe standen praktisch nicht zur Verfügung. Mittlerweile haben die Hersteller von Flächenheizungssystemen den Trend der Zeit erkannt und bieten neben verschiedenen Trockensystemen, auch Nasssysteme im Dünnbettverfahren an. Die Dünnbettflächenheizungen benötigen im Regelfall nur eine Fußbodenaufbauhöhe von 15 bis 20mm ohne Oberboden und sind so für das Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau bestens geeignet.
Was sollte man beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau beachten?
Unsere Ausführungen werden sich vor allem auf die Dünnbettfußbodenheizung beziehen, dass Nachrüsten einer herkömmlichen Fußbodenheizung im Altbau ist meistens aus Platzgründen kaum möglich oder erfordert im Regelfall die Demontage des vorhandenen Estrichs.
Welche Fußbodenheizung sollte man wählen?
Hier streiten sich natürlich die Geister und vor allem die Fachleute. Es gibt zum einen wasserdurchflossene Fußbodenheizungssysteme und zum anderen elektrisch beheizte Systeme. Bei den wasserdurchflossenen Systemen unterscheidet man zwischen der Dünnbettfußbodenheizung und normalen Fußbodenheizung mit entsprechendem Bodenaufbau. Daneben unterscheidet man zwischen Nass- und Trockensystemen. Bei den Nasssystemen wird ein herkömmlicher Estrich oder beim Dünnbettverfahren ein spezieller Fließmörtel aufgebracht, bei den Trockensystemen erfolgt eine Abdeckung mit Trockenestrich, Stahl oder Hartfaserplatten.
Ein Nachteil der Dünnbettfußbodenheizung gegenüber einer Standardfußbodenheizung ist die fehlende Normung. Alle auf dem Heizungstechnik Markt verfügbaren Dünnbettflächenheizung sind Sonderkonstruktionen die nicht durch die vorhandenen DIN Normen für Fußbodenheizung abgedeckt sind. Von daher sind die Verlegevorschriften der Hersteller dringend zu beachten und es empfiehlt sich auch einen Vertreter des Herstellers, bei der Abnahme der Fußbodenheizung, hinzu zuziehen.
Ein weiterer Faktor bei der Wahl der Fußbodenheizung sind die Kosten. Eine Dünnbettfußbodenheizung ist im Normalfall bei den Materialkosten etwas teurer, wie eine Standardfußbodenheizung. Dabei sollte man aber beachten, dass bei der Standardfußbodenheizung noch der Estrich hinzu kommt, den man allerdings auch ohne Fußbodenheizung benötigen würde.
Was muss bei der Verlegung der Fußbodenheizung beachtet werden?
Grundsätzlich liefern heute fast alle Hersteller ihre Fußbodenheizungssysteme in Modulbauweise aus. Dabei unterscheidet man zwischen Noppenplatten und einfachen Trägermatten auf denen die Kunstoff- oder Kupferrohre aufgeklippst werden. Die Elemente der Standard Fußbodenheizung werden direkt auf den vorhandenen Rohbeton, mit entsprechender Trittschall- und wenn erforderlich Wärmedämmung verlegt. Eine Ausgleichsestrich ist nur bei starken Unebenheiten erforderlich. Dünnbettfußbodenheizungen benötigen je nach Hersteller einen Füllspachtel oder Haftgrund, damit Bodenwellen ausgeglichen werden können. Der Untergrund sollte sauber sein, ansonsten wird die Dünnbettfußbodenheizung direkt auf den vorhandenen Estrich verlegt. Beim Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau sollte man immer auch darauf achten, dass der erforderliche Trittschall eingehalten wird. Die Verlegung einer Dünnbettfußbodenheizung ist normalerweise deutlich schneller, als es bei einer normalen Fußbodenheizung der Fall ist. Dies liegt vor allem daran, dass man nur sehr kurze Trocknungszeiten, etwa bei dem Fließmörtel hat und auch ein wochenlanges aufheizen, bei der Dünnbettfußbodenheizung nicht erforderlich.
Welche Alternativen gibt es zum Nachrüsten der Fußbodenheizung im Altbau?
Neben der Fußbodenheizung gibt es verschiedene andere Flächenheizungssysteme, wie die Wandheizung oder die Deckenheizung, die sich als Alternative anbieten. Diese Heizungssysteme bieten ähnliche Vorteile wie die Fußbodenheizung
Lohnt sich das Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau?
Der Trend hin zu einer Wärmeerzeugung mit erneuerbaren Energien und hier vor allem mit der Wärmepumpe oder einer thermischen Solaranlage wird sich in den kommenden Jahren weiter verstärken. Diese Wärmeerzeuger benötigen allerdings Raumheizflächen, die mit möglichst niedrigen Heizmitteltemperaturen arbeiten, damit sie eine hohe Wirtschaftlichkeit erzielen. Zudem erhöht das Nachrüsten einer Fußbodenheizung im Altbau den Wohnkomfort und die Attraktivität der Immobilie.
(Foto Quelle epr/uponor)
26. Februar 2012 | Von Heizung Redaktion | Kategorie: Heizflächen
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