EnEV 2009 soll Energie sparen und die Umwelt schonen

Wärmepumpen Hersteller, Hersteller von Solaranlagen, die Produzenten von Heizkesseln für Biomasse und Energieberater jubilieren. Mit der Einführung der EnEV 2009 wird es zur Pflicht einen vorgegebenen Anteil der für ein Gebäude benötigten Wärmeenergie durch erneuerbare Energien zu erzeugen oder aber den Wärmedämmstandard des Gebäudes so zu verbessern, dass er mindestens 15 Prozent unterhalb der gesetzlichen Vorgaben liegt.

Sicherlich ist die Energiesituation ernst. Der Weltenergiebedarf wird auch in den kommenden Jahren weiter steigen und die Versorgung mit den fossilen Brennstoffen Öl oder Gas ist endlich. Verschiedene Institute gehen davon aus, das höchsten noch ein halbes Jahrhundert genügend Gas und Öl zu wirtschaftlichen Preisen gefördert werden können. Dabei steht uns eigentlich genügend Energie zur Verfügung. Die täglich auf unsere Erde treffende Sonneneinstrahlung deckt ein Vielfaches des jährlichen Primärenergiebedarfs der gesamten Erdbevölkerung. Die einzige Frage die sich da stellt, wie können wir diesen Energieüberschuss ökologisch und ökonomisch sinnvoll nutzen.

Doch bevor wir uns mit dem ökologisch und ökonomisch sinnvoll machbaren bei der Wärmeerzeugung für Heizung und Warmwasser beschäftigen, soll die geschichtliche Entwicklung der Wärmeschutzverordnung ein wenig betrachtet werden. Mit der ersten Ölkrise vor etwa 35 Jahren, begann ein zaghaftes Umdenken. Die Autofreien Sonntage sorgten dafür, dass man erkannte etwas tun zu müssen. Nach der zweiten Ölkrise im Ende der 70er Jahre trat die erste Wärmeschutzverordnung in Kraft. Die Wärmeschutzverordnung brachte durchaus etliche Neuerungen, betrachtete aber lediglich die Gebäudehülle und die verwendeten Baustoffe. Erst mit ersten Energiesparverordnung EnEV 2002 wurde die Anlagetechnik von Heizung und Warmwasserbereitung in die Energiesparmaßnahmen mit einbezogen. In den folgenden Jahren folgte eine weitere Verschärfung der EnEV bis hin zur aktuell gültigen EnEV 2009. Die EnEV 2009 setzt auf die Senkung des Primärenergiebedarfs eines Gebäudes und die Reduzierung der Transmissionsverluste durch die Außenhaut und das möglichst in Kombination mit erneuerbaren Energien. Die Vorgaben der EnEV 2009 einzuhalten ist nicht nur aus ökologischen Gesichtspunkten wichtig, sondern entscheidet auch darüber ob man Fördergelder oder Darlehen von der KFW Bank erhält.

Dabei ist die EnEV 2009 nicht so unumstritten, wie es auf den ersten Blick scheinen sollte. Vor allem das bei der EnEV 2009 und auch beim EEWärmeG (Erneuerbare Energien Wärmegesetz) der Gebäudebestand eigentlich außen vorgelassen wird, ist ein erheblicher Streitpunkt. Denn gerade hier liegt ein hohes Einsparpotential. Die verstärkte Förderung von Maßnahmen wie der Dämmung von Altbauten auf heutige Wärmedämmstandards, dem Austausch alter Fenster durch moderne hochgedämmte Fensterelemente oder der Entsorgung der immer noch in unseren Heizungskellern schlummernden alten Heizkessel und dem Einsatz modern Brennwerttechnik, hätte deutlich mehr Relevanz für den Umweltschutz und die Reduzierung des Primärenergieverbrauchs in unseren Gebäude, wie jede Spielzeug Solaranlage von 6 m² Kollektorfläche für die Warmwasserbereitung bei einem Neubau.

Die Heizungstechnik hat sich in den letzten Jahrzehnten, auf Grund des verstärkten Drucks der Politik, zu einer innovativen Systemtechnik entwickelt. Aber hier liegt auch für Bauherren und sanierungswillige Anlagenbetreiber ein großes Problem. Wer sich heute für eine Heizung entscheidet, muss sich erst mal durch einen Wust an unterschiedlichen Anlagensystemen durcharbeiten oder auf die Ratschläge seines Heizungsinstallateurs oder Energieberaters hören.

20. Oktober 2009 | Von admin | Kategorie: Journal

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