Bringt Wärmedämmung im Altbau etwas

Ich habe gerade einen Artikel zur Wärmedämmung im Altbau gefunden. Da wird doch recht skeptisch darauf eingegangen ob die Wärmedämmung nun Heizkosten spart oder nicht. Den kompletten Artikel gibt es hier http://www.mmnews.de/index.php/200910194028/Rohstoffe/Das-Dammstoff-Paradoxon.html

Wenn ich den Schreiber richtig verstanden habe bringt also Wärmedämmung nichts, da das Mauerwerk durch Sonneneinstrahlung so aufgeheizt wird das selbst im Winter, eigentlich keine Wärme verloren geht. 20 Grad Oberflächentemperatur außen und 20 Grad Raumtemperatur innen, bedeutet ja letztendlich kein Wärmeverlust. Da kann ich nur empfehlen die Heizung einfach mal abdrehen und warten. Pullover und Heizdecken sollten bereit gelegt werden.

Das ist um es mal vorsichtig zu sagen Blödsinn. Selbst wenn die Oberflächentemperatur 20 Grad beträgt, habe ich in jedem Fall einen Wärmeaustausch mit der -18 Grad kalten Außenluft, die nur wenige Millimeter darüber erreicht wird. Wärme fließt immer von der warmen zur kalten Seite. Das ist Physik, da lässt sich auch nichts dran rütteln.

Ich gebe dazu aber nochmal ein Beispiel, dass ist vielleicht einfacher als die Physik. In kaum einem Altbau findet man eine Fußbodenheizung zumindest sind meistens immer zusätzliche Heizkörper installiert. Nur mit der Fußbodenheizung würden die Räume nicht warm. Bei hochgedämmten Gebäuden reichen aber Fußbodenheizungen völlig aus. Bei Nullenergie oder Plusenergie Häusern reichen ein paar Glühbirnen um die zu beheizen. Die Nutzen übrigens auch die Sonnenenergie zum Heizen, dass kann man daran sehen, dass bei solchen Häusern immer große Fensterflächen in Richtung Süden ausgerichtet sind und eher kleine Schießscharten nach Norden.

Dann wird noch behauptet der Primärenergiebedarf für die Wärmeerzeugung sei trotz der verbesserten Dämmung von Gebäuden nicht gesunken. Das stimmt zwar grundsätzlich hat aber mit der Dämmung nichts zu tun. Die Komfortansprüche in unserer Gesellschaft sind einfach gestiegen. Heute erwartet jeder ein beheiztes Bad und will nicht erst mit einem Elektro-Heizstrahler wie vor 40 Jahren das Bad Heizen wenn er darin ist. Jeder Nebenraum, Hobbyraum oder Keller wird beheizt. Auch Warmwasser soll immer sofort zur Verfügung stehen. Alles Dinge für die wir Wärmeenergie benötigen.

Doch einige Punkte aus dem Artikel sind sicher auch richtig oder man sollte sie zumindest kritisch hinterfragen. Die Wärmedämmung ist hier sicherlich ein Punkt. Das hat zwar wenig mit dem Nutzen von Wärmedämmung zu tun, sondern betrifft mehr die notwendigen Investitionen. Zwar schlägt sich die Dämmung sofort in Heller und Pfennig nieder, aber als Bauherr muss man eben auch erst die entsprechenden Gelder investieren. Dem Bauherrn muss aber auch klar sein, dass Wärmedämmung eine Investition in die Zukunft ist.

Gehen wir mal von einem freistehenden Standard Einfamilienhaus mit 180 Quadratmeter beheizter Grundfläche aus, ungedämmt, schlechte Fenster usw. Selbst ohne Dämmung sollten bei einem derartigen Gebäude die Heizkosten pro Jahr nicht über 2000€/a liegen. Geht man von einer Volldämmung und dem Austausch der Fenster bei einem solchen Gebäude aus, dürften Investitionskosten zwischen 40.000 bis 60.000 Euro anstehen. Die Energieersparnis liegt bei ca. 50 Prozent, man spart also 1000€/a an Energiekosten. Jetzt kommt sicher der Aufschrei, da braucht man ja 40 bis 60 Jahre nur um die Investition wieder reinzuholen. Ja und das ohne die Verzinsung zu berücksichtigen. Bei 5% Zinsen und 50.000 Euro Investitionssumme fallen alleine 2.500 Euro/a an Kapitalkosten an. Das funktioniert also nur wenn ich das Geld auf der Bank habe oder entsprechende Fördergelder vom Staat bekomme.

Wir schon gesagt, dass Ganze ist ein Investition in die Zukunft. In den letzten 10 Jahren sind die Öl und Gaspreise um über 100% gestiegen man kann davon ausgehen, dass diese Preisspirale sich weiterdreht. Je höher die Preise je schneller amortisiert sich auch die Investition in die Wärmedämmung.

Anders sieht die Situation natürlich aus ökologischer Sicht aus. Die Reduzierung des Primärenergieverbrauchs senkt auch sofort den Ausstoß an Kohlendioxid und sorgt so für weniger Umweltverschmutzung. Hier ist vor allem auch das Gewissen der Eigentümer von Immobilien gefragt.

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20. Oktober 2009 | Von | Kategorie: Journal

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Eine Reaktion zu “Bringt Wärmedämmung im Altbau etwas”

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