Niedrigenergiehaus mit Kombisystem zur Beheizung
Neueste Forschungsergebnisse einer Studie des IWU (Institut Wohnen und Umwelt), die im Auftrag des hessischen Umweltministeriums erstellt wurde, betrachten die Möglichkeiten einer Beheizung im Niedrigenergiehaus über kombinierte Wärmeerzeugung.
Dabei stand im Vordergrund der Studie die Kombination einer Biomasse Heizung, mit Abluft Wärmerückgewinnung und einer thermische Solaranlage.
Die hohen Klimaschutzziele, die sich die Industrieländer aufgelegt haben, machen es erforderlich den Kohlendioxidausstoß bis zur Mitte des Jahrhunderts, bezogen auf den Stand von 1990, um 80% zu senken. Dies ist kaum möglich ohne verstärkte Maßnahmen zur Gebäudedämmung und somit zur Senkung des Primärenergieverbrauchs unserer Gebäude und durch Einsatz moderner Heizungstechnik.
Dabei geht die Studie davon aus, dass sich im Neubaubereich der Passivhaus Standard durchsetzen wird. Das Passivhaus wurde kontinuierlich weiter entwickelt und für diesen Haustyp stehen hocheffiziente Wärmeenergiezentralen zur Verfügung, die zudem eine besonders kompakte Bauweise aufweisen. Es sollte aber nicht vergessen werden festzuhalten, dass die meisten derzeit erstellten Neubauten sich im Bereich von KFW 50 Häusern bewegen und somit im Niedrigenergiehaus anzusiedeln sind. Auch für den Altbau Bestand ist es technisch kaum mit vertretbaren Mitteln zu realisieren, den Passivhaus Standard, der bei etwa 15 kWh/(m²a) liegt, zu realisieren. Kältebrücken, die nicht zu realisierende Luftdichtigkeit oder Schwierigkeiten bei der Wärmedämmung lassen für den sanierten Altbau nur Werte von 40 bis 70 kWh/(m²a) zu.
Trotz des höheren Primärenergiebedarfs je Quadratmeter soll dabei der Kohlendioxid Ausstoß der Heizungsanlage dem eines Passivhauses entsprechen. Hierbei werden in der Studie zwei Lösungen vordringlich betrachtet:
Pelletofen mit Abluftwärmepumpe und Solaranlage
Bei dieser Anlagenkonzeption handelt es sich um eine dezentrale Lösung. Der Pelletofen wird innerhalb des Wohnraumes installiert und dient ausschließlich als Spitzenlastheizung. Dabei erfolgt die Beschickung mit Holz Pellets manuell durch den Nutzer. Ein Großteil der Wärme wird von der Abluftwärmepumpe erzeugt und so den Sockelwärmebedarf deckt. Die Solaranlage übernimmt im Sommer die Wärmeerzeugung für das Warmwasser und dient im Winter zur Heizungsunterstützung soweit dies die Sonneneinstrahlung zulässt. Ein vergleichsweise kleiner Pufferspeicher, dient sowohl als Solarspeicher wie auch als Schichtspeicher, muss allerdings ebenfalls dezentral angeordnet werden.
Pelletkessel mit Abluftwärmepumpe und Solarthermie
Hier handelt es sich um eine Lösung mit zentralem Pelletkessel, die vor allem auch für den Mehrfamilienhaus Bereich interessant ist. Die Installation der Pelletsheizung erfolgt in einem zentralen Heizraum. Hier stehen auch der Pufferspeicher und alle erforderlichen Regeleinheiten und Absperreinrichtungen. Die Wärmeerzeugung erfolgt analog zur dezentralen Lösung.
Hier wird sich der ein oder andere Fragen wo bleibt denn die Brennwertheizung. Natürlich wird auch die Brennwertheizung im Forschungsbericht betrachtet. Allerdings erreicht ein Gasbrennwertgerät nicht die erforderliche Reduzierung beim Kohlendioxid Ausstoß von 80% bei den vorgegeben Zielwerten. Hierin liegt aber auch ein Problem der Studie, die sich hauptsächlich auf die ökologische Betrachtung bezieht. Natürlich will jeder auch seinen Anteil zum Klimaschutz beitragen, trotzdem wäre auch ein wirtschaftlicher Vergleich der einzelnen Kombi Heizsysteme hilfreich. Außerdem stellt der Forschungsbericht auch fest, dass zwar derzeit für den Bau eine Kombiheizung aus Pelletofen, Abluftwärmepumpe und Solaranlage benötigten Teile zur Verfügung stehen, aber die recht komplexe Regelung solcher Anlagen ebenfalls einzeln programmiert werden muss. Hier ist also noch einige an Entwicklungsarbeit erforderlich. Auch der für die dezentrale Lösung erforderliche Pufferspeicher mit einem Inhalt von 300 Liter ist so nicht auf dem Markt erhältlich, hier können aber Speichersysteme aus der Solartechnik entsprechend angepasst werden.
Der Forschungsbericht ist eine gute Hilfe und bietet interessante Lösungsansetze für die Modernisierung von Heizungsanlagen im Altbau. Den kompletten Endbericht zum Forschungsprogramm finden Sie hier
(Quelle Institut Wohnen und Umwelt)
(Foto Quelle ©Klaus-Uwe Gerhardt - pixelio.de )
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