Die Heizung nach der VDI Richtlinie 2035 füllen
In den letzten Jahren hat sich in der modernen Heizungstechnik ein Wandel vollzogen. Auch für das Befüllen der Heizung ergeben sich dadurch neuer Erkenntnisse, die jetzt in der neu erscheinenden VDI Richtlinie 2035 aufgezeigt werden.
Durch gesteigerte Wirkungsgrade bei Heizungsanlagen und eine kompaktere Bauweise vor allem bei den Wärmetauschern, konnten zwar günstigere Preise für die Heizungskessel erzielt werden, gelichzeitig stiegen aber auch die Anforderungen an Heizungssystem und Wasserqualität. Füllwasser für eine moderne Heizung muss Kalkablagerungen verhindern und so die Kesselanlage und Wärmetauscher vor Korrosion schützen.
Die kompakter gebauten Wärmetauscher sind deutlich empfindlicher gegen Kalk Ablagerungen, wie frühere Modelle. Der Kalk lagert sich immer an der wärmsten Stelle in der Heizungsanlage ab und das ist nun mal der Wärmetauscher im Heizkessel. Über diese Kalkablagerungen entstehen mechanische Spannungen, die letztendlich zur Korrosion und somit zu einem Kesselschaden führen.
Die bisher nach der SWKI Richtlinie 97-1 durchgeführte Enthärtung des Füllwassers, ist für einen Schutz der Heizungsanlage gegen Korrosion, durch die weiterentwickelte Anlagentechnik bei Heizungssystemen nicht mehr passend. Die Richtlinie wird derzeit überabeitet. Durch die Enthärtung des Füllwassers wird zwar die Bildung von Kesselstein verhindert, aber die im Wasser enthaltenen Mineralien bleiben erhalten und können so zu einer Schädigung des Wärmetauschers und anderen metallischen Bauteilen der Heizungsanlage führen.
Die VDI 2035 (im Entwurf)
In der neuen VDI Richtlinie 2035 wird zwischen zwei Kriterien für die Beschaffenheit des Heizungsfüllwassers unterschieden. Verwendet werden kann entweder salzarmes (demineralisiertes) Wasser oder salzhaltiges (enthärtetes) Wasser. Welches Systemwasser für die Befüllung der Heizung genutzt wird, ist letztendlich abhängig von der Sauerstoffdiffusion, die die Heizungsanlage zulässt. Dabei liegen jedoch die Grenzwerte so niedrig, das eigentlich nur die die Verwendung von vollentsalztem Wasser bzw. demineralisiertem Wasser zum tragen kommt.
Der Heizungsmarkt bietet etliche Produkte, die für die Herstellung des demineralisierten Wassers eingesetzt, bzw. speziell hierfür entwickelt wurden. Bei größeren Heizungsanlagen, können stationäre Vollentsalzungsanlagen eingesetzt werden, die auch bei Wasserverlusten, entsprechend demineralisiertes Wasser nach speisen. Für kleinere Heizungssysteme, etwa in Ein- oder Zweifamilienhäusern eignen sich fahrbare mobile Demineralisierungsstationen, die auf Basis von Ionenaustausch reinstes Wasser erzeugen.
Die viel verbreitete, aber wissenschaftlich nicht korrekte Auffassung, dass vollentsalztes Wasser zu Auflösung von Metallen beiträgt ist nicht haltbar. Wäre diese Meinung richtig, würden alle Metalle in einer Heizung sich auflösen. Wird unbehandeltes Rohwasser in die Heizung eingefüllt, werden die enthaltenen Mineralien, durch die Erwärmung, ganz automatisch demineralisiert und lagern sich als Kalkablagerungen an. Jede Heizung arbeitet von daher letztendlich mit demineralisiertem Heizungswasser.
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