Immobilienwert steigern durch Heizen mit erneuerbaren Energien
Attraktive Fördermittel für die Heizung mit erneuerbaren Energien, locken so manchen Bauherren jetzt seine Heizungsanlage zu modernisieren und dadurch den Wohnkomfort und den Wert der eigenen Immobilie zu steigern. Doch so verlockend die Angebote auch zu sein scheinen, nicht zu jedem Gebäude passt auch jede Heizungstechnik.
So steht vor dem Einbau der Heizung, erst mal die Wahl der passenden Heizungstechnik. Es gibt zwar mittlerweile von den Herstellern komplett Pakete für Heizungsanlagen, nur standardisierte Lösungen passen in den seltensten Fällen.
Drei Kriterien für die Auswahl der Heizungstechnik
- Energetische Vorgaben durch das Gebäude selber
- Die Wohnregion
- Die vorhandenen Möglichkeiten der Brennstoffversorgung
Hinzu kommt noch die Frage ob es nicht sinnvoller ist das Gebäude mit einer Wärmedämmung zu versehen oder die Fenster durch hochmoderne wärmegedämmte Fensterelemente zu ersetzen. Wärmedämmmaßnahmen sind grundsätzlich nachhaltiger, was das Energie sparen betrifft. Denn sie reduzieren auch wirklich den Energieverbrauch einer Immobilie. Dafür ist der Kosten/Nutzen Effekt von Wärmedämmung normalerweise deutlich geringer. Hier beißt sich aber auch die Maus in den Schwanz. Wärmedämmmaßnahmen verändern den Wärmebedarf des Gebäudes, so sollte grundsätzlich zu den Wärmedämmmaßnahmen auch eine Anpassung der Heizungsanlage erfolgen.
Da alles Maßnahmen zu energetischen Gebäudesanierung individuelle Lösungen erfordern sollte in jedem Fall vor der Entscheidung ein Heizungs-Check nach DIN EN 15378 durchgeführt werden.
Bringt eine Solaranlage was?
Bevor man diese Frage beantwortet, sollte klargestellt werden, es ist nicht möglich in unseren Breitengraden mit einer thermischen Solaranlage ein Gebäude komplett zu beheizen. Maximal sind Einsparungen bei der Heizenergie zwischen 30% bei der Heizungsanlage und 60% bei der Warmwassererzeugung möglich. Vor allem wenn die Solaranlage zur Heizungsunterstützung eingesetzt wird, muss auch die Heizungstechnik dazu passen. Vor allem die Raumheizflächen und Systemtemperaturen sind entscheidend. Bei Gebäuden bei denen die Wärmeverteilung in den Räumen nicht über eine Fußbodenheizung oder ähnliche Heizflächen die mit niedrigen Vorlauftemperaturen auskommen beheizt werden, ist eine Solaranlage nicht effizient. In einem schlecht gedämmten Altbau mit normalen Heizkörpern und hohen Rücklauftemperaturen, ist eine Solaranlage für die Heizungsunterstützung sinnlos. Abgesehen von ganz wenigen Ausnahmen, muss in jedem Fall ein zusätzlicher Wärmeerzeuger installiert werden.
Brennwertkessel
Heute sind Heizkessel die Brennwerttechnik nutzen auf einem technisch hohen Stand und haben sich seit vielen Jahren in unseren Heizungsanlagen bewährt. Mittlerweile finden sich auf dem Markt auch Heizkessel, die Biogas oder Bioöl verwenden und somit auch erneuerbare Energien. Leider stehen die Biobrennstoffe noch nicht flächendeckend zur Verfügung, so normales Gas und Öl die am meisten verwendeten Brennstoffe in der Brennwertheizung. Die Vorteile der Brennwerttechnik liegen sicher in der einfachen Installation und den vergleichsweise geringen Investitionskosten. Brennwertkessel lassen sich gut mit Solaranlagen kombinieren. Wenn die Heizungsanlage die entsprechenden Voraussetzungen bietet, lässt sich durch den Einbau eines Brennwertkessels der Energieverbrauch um bis zu 10% senken.
Wärmepumpe
Als Antriebsenergie nutzt die Wärmepumpe im Normalfall elektrischen Strom. Mittlerweile sind aber auch Gaswärmepumpen auf dem Markt verfügbar, deren Technik aber noch in der Erprobungsphase ist. Von der Gaswärmepumpe versprechen sich vor allem die Gas Lieferanten einen neuen Abnehmer ihres Brennstoffs. Für die Modernisierung der Heizungsanlagen im Altbau bietet sich vor allem die Luft/Wasser Wärmepumpe an, die relativ wartungsarm und vor allem einfach nachzurüsten ist. Wer sich völlig autark von fossilen Brennstoffen machen möchte, der kommt vermutlich um den Einsatz einer Erdwärmepumpe nicht herum. In Kombination mit einer Bauteilkernaktivierung und einer Solaranlage kann die Erdwärmepumpe ganzjährig für Heizenergie aus erneuerbaren Energien sorgen. Eine solche Wärmeversorgung setzt aber eine entsprechende Gebäudedämmung und ein Top abgestimmtes Heizungssystem voraus.
Biomasseheizung
Ob Pelletsheizung oder Festbrennstoffkessel mit Scheitholz, heizen mit dem heimischen Brennstoff Holz, macht unabhängig von fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas. Zudem ist der Pellets Preis in den vergangenen Jahren vergleichsweise konstant geblieben. Neuere Anstrengungen zum Beispiel die Aufzucht von Energiewäldern, werden daran wohl auch in Zukunft wenig ändern. Eine moderne Pelletsheizung arbeite nahezu Kohlendioxid neutral, es wird nur soviel Kohlendioxid erzeugt, wie auch für das Wachstum der Bäume benötigt wird. Die Pelletsnachführung selber ist dabei vollautomatisch, gegen eine Pelletsheizung sprechen der höhere Wartungsaufwand und die monatliche Ascheentsorgung. Die Pelletsheizung lässt optimal mit einer thermischen Solaranlage kombinieren, so kann der Solarspeicher auch gleichzeitig als Pufferspeicher für die Pelletsheizung dienen.
Alle Maßnahmen die zu einer energetischen Verbesserung eines Gebäudes führen, dürften den Immobilienwert steigern. Vor allem wenn man berücksichtig, dass auch weiterhin mit steigenden Gas und Öl Preisen zu rechnen ist. Die Zukunft wird welches Heizungssystem sich durchsetzt, vermutlich sind Kombinationen aus verschiedenen Anlagentechniken und Duovalente oder Trivalente Heizungssysteme eine Lösung. Die Unternehmen der Heizungstechnik und arbeiten fieberhaft an weiteren Lösungen wie etwa dem BHKW für das Einfamilienhaus oder auch der Brennstoffzelle.
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