Förderung der Elektro Wärmepumpe
Vorsicht Falle?
Die Wärmepumpe erlebt gerade ihren zweiten Frühling und vor allem die Hersteller von Elekro-Wärmepumpen locken mit so manchem Angebot, dass man aber mit Vorsicht genießen sollte. Versprechungen wie 1kW Leistungen reinstecken und 5kW verbrauchen sollten mit der notwendigen Skepsis betrachtet werden.
Oft wird dem Betreiber einer Elektro- Wärmepumpe der Eindruck vermittelt, ein besonders kostengünstiges und vor allem umweltschonendes Heizungssystem zu verwenden. Bei Betriebskosten vergleichen mit einer Ölheizung oder einer Gasheizung schneidet die Wärmepumpe zwar positiv ab, aber würde man die Elektro-Wärmepumpe etwa mit einer Holzpelletheizung vergleichen, liegen die Betriebskosten für die Wärmepumpe deutlich höher. Stellt man dann noch einen ökologischen Vergleich an, kommt die Elektro-Wärmepumpe ganz schlecht weg. Dies ist natürlich je nach Wärmepumpen Typ und welche Energieträger verwendet werden unterschiedlich zu bewerten.
Bis vor einiger Zeit wurde die Wärmepumpe nicht nach den Förderprogrammen für den Einsatz von erneuerbaren Energien gefördert. Der Grund dafür ist eigentlich einleuchtend. Die Wärmepumpe wird mit Strom angetrieben und die Erzeugung von Strom ist in Deutschland nur zu 35% über regenerative Energien realisiert. Demgegenüber stehen 65% Stromerzeugung die der ganz normale fossile Brennstoffe zum Einsatz kommen. Dabei muss einem klar sein, das der Wirkungsgrad von normalen Kraftwerken nur bei etwa 34% liegt und bei der Produktion des Stroms entsprechend viel Schadstoffe, vor allem Kohlendioxid, an die Umwelt abgegeben wird. An dieser Produktionssituation wird sich wohl auch in den nächsten 20 bis 30 Jahren nichts entscheidend verändern.
Die Aufnahme der Wärmepumpen in die Förderprogramme der BAFA für regenerative Energien lässt zwar die Wärmepumpen Hersteller jubilieren und das Fachhandwerk sieht neue Kunden für die nächsten Jahre, doch für den Wärmepumpen-Installateur und den Betreiber lauert hier eine tückische Falle. In den Beratungen beim Kauf einer Wärmepumpe wurden bisher die idealen Bedingungen berücksichtigt. Versprechen wie viel Energie man letztendlich einspart und wie umweltschonend eine Heizung mit dem Wärmeerzeuger Wärmpumpe ist unterlagen keiner Kontrolle. Wird die Wärmepumpen Heizung nach den Richtlinien der BAFA gefördert, muss das Fachhandwerk bei der Antragsstellung die Förderrichtlinien einhalten und vor allem werden diese Vorgaben auch im Rahmen eines Evaluationsprogramms geprüft. Die Anlagen müssen von daher auch in Praxis nachweisen, dass die Rahmenbedingungen für die Förderung eingehalten werden, ansonsten droht eine Rückzahlung der Fördergelder.
Die im Ein- und Zweifamilienhaus Bereich eingesetzten Wärmpumpen nutzen als Antriebsenergie Strom. Die Förderrung für erneuerbare Energien hat zwei primäre Aufgaben. Zum einen den Verbrauch an fossilen Brennstoffen wie Öl und Gas zu senken und die Reduzierung des CO2 Ausstoßes bei der Wärmeerzeugung. Damit eine Elektro-Wärmepumpe energietechnisch überhaupt mit einer Gas- oder Öl Brennwertheizung mithalten kann, muss die Mindest-Jahresarbeitszahl (JAZ) der Wärmepumpe 2,7 betragen, für die Einhaltung der Vorgaben der BAFA und einen entsprechenden ökologischen Betrieb ist eine JAZ von 3,3 erforderlich. Dieser Wert darf während der Förderlaufzeit nicht unterschritten werden.
Verschiedene Feldtests zeigen, dass diese Vorgaben in der Praxis von der Elektro-Wärmepumpe nur eingehalten werden können, wenn die Rahmenbedingungen nach den die Wärmepumpe ausgelegt wurde auch passen. Bei der Auslegung der Wärmepumpe hat das Fachhandwerk aber keinen Einfluss auf das Nutzerverhalten. Ist dem Nutzer zu kalt, wird schnell mal die Vorlauftemperatur um 1 Grad nach oben korrigiert und schon sinkt die JAZ ab und die Wärmepumpe fällt aus dem Förderprogramm heraus. Die Wärmpumpe braucht, wie beispielsweise auch die Solaranlage, für einen optimalen Betrieb möglichst niedrige Vorlauftemperaturen. In modernen Passivhäusern oder auch Niedrigenergiehäusern wird von daher fast ausschließlich eine Fußbodenheizung oder eine andere Flächenheizung zur Wärmeverteilung innerhalb der Räume verwendet, die mit entsprechend niedrigen Temperaturen arbeitet. Bei diesen Haustypen ändert sich aber das Verhältnis zwischen benötigtem Wärmebedarf für die Raumheizung und dem Energiebedarf für die Warmwasserbereitung, so dass hier schnell ein fast identisches Verhältnis entsteht. Die Warmwasserbereitung arbeitet aber mit deutlich höheren Vorlauftemperaturen und so sinkt die JAZ wiederum ab.
Alles Faktoren die bei der Planung einer Wärmepumpe und dem Antrag auf Förderung nach BAFA vom Wärmepumpeninstallateur berücksichtigt werden sollten. Hinzu kommt noch das in geförderten Anlagen Wärmemengenzähler installiert werden. Für den Nutzer ist schnell zu berechnen, ob die versprochenen Einsparungen an Energie und somit die Senkung der Energiekosten auch wirklich eingehalten werden. Ach steigende Gaspreise sind ein Grund für den Einsatz von Elektro Wärmepumpen, hier lohnt sich immer auch ein Gaspreisvergleich mit anderen Energien.
Wer sicher gehen will, dass er seine erhaltenen Fördergelder nicht zurückzahlen muss, der sollte Wärmeerzeugung setzen wie die Pelletheizung in Kombination mit einer Solaranlage, hier wird rein auf erneuerbare Energien gesetzt. Stand Alone Lösungen nur mit Wärmepumpen sollten in jedem Fall gut geplant und auch den echten Betrieb der Anlage berücksichtigen.
Anders sieht es aus wenn Multivalente Systeme zum Einsatz kommen, etwa ein Brennwertkessel mit Solaranlage und Erdwärmepumpe. Hier können die für die Wärmepumpe ungünstigen Betriebsbereiche, durch den Brennwertkessel ausgeglichen werden. Reine Wärmepumpensysteme können aber zum Beispiel auch in Kombination mit einem Mini-BHKW realisiert werden. Diese BHKW haben nicht wie normale Kraftwerke niedrige Wirkungsgrade, sondern liegen bei einem Wirkungsgrad für die Stromerzeugung von 80-90%, dadurch ist ein ökologisch und ökonomisch wirtschaftlicher Betrieb der Heizung mit Wärmepumpe gesichert.
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