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Die Ausführung, Bemessung und Anordnung von Sanitärräumen bringt immer wieder Probleme für TGA-Planer, Architekten, Bauherren und Betreiber. In der VDI Richtlinie 6000 wird jetzt in 6 Blättern für die die unterschiedlichen Gebäudetypen bezogen auf ihre Nutzungsfrequenz geregelt, welche Anforderungen hier einzuhalten sind.
Die Richtlinie gibt den am Bau beteiligten Grundsatzannahmen und Planungsansätze an die Hand, mit denen ohne Widerspruch zu geltendem Recht, die Anzahl der sanitären Ausstattungsgegenstände bei bestimmten Anordnungen der Sanitärräume optimiert werden kann. Gleichzeitig werden die neuesten Erkenntnisse der Installationstechnik berücksichtigt, sowie des Erhaltes der Trinkwasserhygiene oder der Wasser und Energieeinsparung optimiert.
Die einzelnen Blätter haben folgende Inhalte
- Blatt 1: Wohnen
- Blatt 2: Arbeitsplätze und Arbeitsstätten
- Blatt 4: Hotelzimmer
- Blatt 5 "Seniorenwohnanlagen"
- Blatt 6: Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen
VDI 6000 Blatt 1 - "Sanitärräume in Wohnungen"
Wohnungen sollten sich flexibel an die Bedürfnisse der jeweiligen Nutzer anpassen lassen, dies gilt natürlich auch für die Ausstattung und den Flächenbedarf der Sanitärräume. Egal welches Alter oder welche Behinderungen der Nutzer bestehen, die Sanitäranlagen müssen so ausgeführt werden, dass eine weitestgehend einfache Nutzung und auch Reinigung der Räume möglich ist.
Im Blatt 1 der VDI 6000 werden nach 3 unterschiedlichen Standards für Sanitärräume in Wohnungen, hinsichtlich ihrer Ausführung und des Platzbedarfes festgelegt. Hierdurch werden Planer, Nutzer und Architekten eine Diskussionsgrundlage gegeben, auf deren Basis sie die endgültige Ausführung festlegen können.
Unterschieden wird nach folgenden Standards:
- einfache Ausstattung:
Mindeststandard, z. B. für den öffentlich geforderten Mietwohnungsbau,
- gehobener Standard:
Normaler überwiegend akzeptierter und angewandter Standard, z. B. für den frei finanzierten Mietwohnungsbau oder für Eigentumswohnungen,
- komfortable Ausstattung:
Standard, der auf die individuellen Wünsche, z. B. bei Eigentumswohnungen und Eigenheimen, eingeht.
Für die jeweiligen Standards befinden sich in der Richtlinie umfangreiche Tabellen, damit eine klare Zuordnung bereits während der Planungsphase stattfinden kann.
VDI 6000 Blatt 2 - "Arbeitsplätze und Arbeitsstätten"
Gerade neu erschienen ist das Blatt 2 der VDI 6000. Ziemlich dreißig Jahre nach erscheinen der Arbeitsstättenrichtlinie sowie der Verordnung über Arbeitsstätten, steht dem Planer und Bertreiber nun wieder eine Richtlinie für die Planung und den Bau von Sanitärräumen zur Verfügung, die sich an den neuesten technischen Erkenntnissen orientiert. Die in der Richtlinie enthaltenen Bedarfsangaben und Planungschecklisten beruhen auf einer Datenbasis die das reale Nutzerverhalten zur Frequentierung von Sanitärräumen erfasst. Dies wird, abgesehen von mit Sicherheitszuschlägen beaufschlagten Einzelfällen, zu wesentlich wirtschaftlicheren Planungen und Bauausführungen führen.
Ein gutes Beispiel dafür ist die praxisgerechte und präzise Bedarfsplanung der Zahl an Toillettenräumen, wobei nicht nur die erforderliche Gesamtzahl über alle Beschäftigen angegeben ist, sondern zusätzlich eine Trennung nach Damen und Herren erfolgt. Dies kann zu einer deutlichen Reduzierung von Handwaschbecken und WC-Anlagen führen.
Blatt 3 "Versammlungsräume und Versammlungsstätten"
In den Versammlungsstättenverordnungen der jeweiligen Länder, sind der Bedarf und die Ausstattung von Sanitärräumen in Versammlungsstätten nur unzureichend geregelt. Das Blatt 3 der VDI 6000 gibt Mindeststandards für derartige Gebäudetypen vor. Diese Standards basieren auf einem Forschungsprojekt bei dem auch Betreiberumfragen durchgeführt wurden.
Zur Qualifizierung der Objektypen nach ihrer Nutzungsfrequenz werden die Gebäude in der unterschiedliche Gruppen unterteilt:
Gruppe 1:
Bedarfszahlen für niedrige Gleichzeitigkeit. Das sind Veranstaltungen ohne bestimmte Pausenzeiten. Die Besucher können jederzeit die Sanitärräume aufsuchen, z. B. Bälle, Veranstaltungen geselliger oder unterhaltender Art, Versammlungen etc.
Gruppe 2:
Bedarfszahlen für mittlere Gleichzeitigkeiten. Das sind Veranstaltungen mit einer oder mehreren Pausenzeiten. Die Besucher sind nicht auf die Pausenzeiten angewiesen, z. B. Tagungen, Seminare, Sportveranstaltungen, Filmvorführungen.
Gruppe 3 :
Bedarfszahlen für hohe Gleichzeitigkeit. Das sind Veranstaltungen mit wenigen Pausenzeiten. Die Besucher sind auf die Pausenzeiten zur Nutzung der Sanitärräume angewiesen, z. B. Theater und Konzertveranstaltungen.
Diese Art der Auslegung ermöglicht eine multifunktionale Nutzung der Gebäude.
Blatt 4: "Hotelzimmer"
Gerade im Hotelbau sind der Platzbedarf und die Ausstattung der Sanitärzonen in Hotelzimmern ein entscheidender Faktor für die Wirtschaftlichkeit des Objektes. Das Blatt 4 beschreibt die Planung, Bemessung und Ausstattung von Sanitärräumen und Einbauküchen, die direkt dem Hotelzimmer zugeordnet sind. Die Richtlinie gilt für jeden Hoteltyp unabhängig von der Komfortklassifizierung. Als wichtigsten Bezug und Maß stellt sie den Menschen in den Mittelpunkt.
Blatt 5 "Seniorenwohnanlagen"
Wir werden immer älter. Der Anteil an alten Menschen wird in Deutschland in den nächsten Jahren deutlich steigen. Bereits heute sind 15% der Bevölkerung über 65 Jahre. Im Jahre 2040 geht man davon aus, dass dieser Anteil auf 30% gestiegen ist. Ein wichtiger Punkt ist von daher auch den älteren Menschen durch entsprechende Planung der Sanitärräume die Möglichkeit zu bieten, trotz eventueller körperlicher Einschränkungen ihr Leben frei gestalten zu können.
Dieser Faktor wird im Blatt 5 der VDI 6000 berücksichtigt. Hier steht das "barrierefrei Bad" im Vordergrund.
Hierzu werden die Seniorenwohnheime in 4 unterschiedliche Kategorien unterteilt:
- Sanitärräume in Seniorenwohnungen
- Sanitärräume in Wohnungen für betreutes Wohnen.
- Sanitärräume in Seniorenwohnheimen
- Sanitärräume in Senioren-Kranken- und Pflegeheimen
Die Ausstattung der einzelnen Wohnungen hängt dabei im Wesentlichen von der Art der Seniorenwohnanlage ab. Dabei werden in der VDI 6000 Blatt 5, nicht nur Vorgaben für Bäder und WC-Anlagen gemacht, sondern auch Planungs- und Bemessungsvorgaben für gemeinschaftlich genutzte Toilettenanlagen, Teeküchen, Pflegearbeitsräume, Stationsbäder und Untersuchungsräumen zur Verfügung gestellt.
Blatt 6: "Kindergärten, Kindertagesstätten, Schulen"
Das Blatt 6 befasst sich mit der Planung, Bemessung und Ausstattung von Sanitärräumen in Kindergärten, Kindertagesstätten und Schulen. Die gemachten Angaben sind besonders nach den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet.
Weiterführende Links und Bestellmöglichkeiten finden sie unter http://www.vdi.de/
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